Pressearchiv
07.07.2009, 19:06 Uhr
Fasziniert von einem putzigen Kerlchen
Auf Nachtspaziergang zu Kauz und Co. mit der Frauenunion und Michael Eick vom Naturschutzbund.
Fasziniert von einem Durchs Fernglas ist der Turmfalke deutlich zu sehen. Gerade eben saß er noch entspannt auf dem Strommasten, jetzt breitet er seine Flügel aus und fliegt weg. Das ist unser Zeichen. Wenn der Tagjäger sich zurückzieht, kommen die Nachteulen aus ihrem Versteck, und sie haben wir im Visier unserer Ferngläser. Michael Eick vom Naturschutzbund (Nabu) geht mit dem Spektiv in der Hand voran und führt uns immer tiefer in die Dunkelheit des Schmidener Feldes, in der Steinkäuze fliegen, Rebhühner rufen und Schleiereulen schreien. Wohl keiner von uns hat damit gerechnet, dass wir den scheuen Nachtjägern so nahe kommen würden, und dass die nächsten Stunden noch manche andere Überraschungen bereithielten. In dem Gebiet, durch das wir wie Indianer schleichen, leben mehr Steinkäuze als in den neuen Bundesländern zusammen, hat uns der Fachmann zuvor verraten. Auch dank dem Nabu. Mit der Nistkastenaktion gelingt es Eick und seinen Mitstreitern, den Bestand der bedrohten Vögel einigermaßen zu schützen. Allerdings sei die Zahl der Steinkäuze in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen. "Und uns sterben die Trägerbäume für die Nistkästen weg."

In dieser zauberhaften Nacht sind diese Sorgen jedoch fern. Der Mond hängt noch nicht ganz voll, aber bereits mächtig prall am Himmel. Von den Gewittern, die am Nachmittag über die Landschaft fegten, ist nichts mehr zu spüren. Es ist windstill und mild. Der Regen hat ein wenig von der Schwüle weggewaschen. Als wir von der Hönle-Ranch des Nabu aus losmarschieren, lässt es unser Naturführer zu, dass wir weit auseinandergezogen übers Feld marschieren. Nach rund einer Viertelstunde treibt Michael Eick die etwa 35 Teilnehmer der Wanderung zu Kauz und Co., organisiert von der Frauenunion Fellbach, enger zusammen. Wir nähern uns Oeffingen.

Vom Festplatz dringt laut Musik herüber, doch Eick kennt seine Käuze. "Die sind einiges gewohnt." Nur wenige Meter später stoppt er uns. Er hat den Warnruf einer Amsel gehört, ein Indiz dafür, dass ein Steinkauz in der Nähe ist. Eick schaut sich um und deutet auf einen von drei Birnbäumen bei der Station "Zeit" des Oeffinger Besinnungsweg. Noch ist die Dämmerung hell genug. Jeder kann durch sein Fernglas oder durch das Spektiv, das Michael Eick mit wenigen Handgriffen aufgebaut hat, den kleinen Steinkauz erkennen, der vor seiner Brutröhre sitzt. Klug, aufgeweckt, kobold- und wichtelartig, so hatte der Nabu-Mann geschwärmt, sei der Steinkauz. Beim Anblick des putzigen Kerlchens, das sich weder von Festplatz-Musik noch durch zwei Jogger und ein Moped vertreiben lässt, erliegen alle der Faszination dieser Handvoll Eule. Plötzlich regt sie sich und erhebt sich in die Lüfte. Aber nur, um sich dekorativ auf dem einige Meter entfernten steinerne Kreuz niederzulassen, so dass sie für uns noch besser zu sehen ist. Mucksmäuschenstill ist es, während jeder wie gebannt durchs Fernrohr starrt.

In der Nähe ist auf einmal ein leises, aber beharrliches Rufen zu hören. "Das ist ein Rebhuhn, es muss da drüben in der Brachfläche sein", sagt Michael Eick. Dass trotz des Festlärms Rebhuhn und Steinkauz so nah beieinander leben, sei ein Gütesiegel für die Qualität des Lebensraums, erklärt der Fachmann.

Auf den Spuren des Steinkauzes marschieren wir weiter in Richtung Waiblingen. Auf einmal sind leise Bettelrufe von Jungvögeln zu hören. Es klingt wie ein feines "Psst" und treibt die Euleneltern zur Eile an. Wir wissen bereits, dass die Jungen derzeit von Nestlingen zu Ästlingen werden. Michael Eick leuchtet mit der Taschenlampe in den Baum. "Das ist zwar Ruhestörung, aber nur so können wir ihn sehen." Tatsächlich hockt mitten im Lichtkegel ein Elterntier und beäugt uns.Sekundenlang stehen Vogel und Menschen wie gebannt, ohne sich zu rühren, erst dann schwingt sich der Steinkauz auf, aber nicht panisch und nur bis zum nächsten Baum.

Plötzlich liegt ein Geräusch in der Luft. Es hört sich an, als flöge ein Miniatur-Hubschrauber vorbei. "Achtung, Schleiereule hinter uns", sagt Michael Eick und klärt uns auf, dass es ihr Jagdruf ist. Nur wenige Meter weiter haben wir einen freien Blick auf das Einflugloch auf der Rückseite der alten Feldscheuer. Minutenlang stehen wir stumm und starren in die mittlerweile stockdunkle Nacht. Die Schleiereule kommt jedoch nicht. Irgendwann geben wir auf. "Offensichtlich hat sie noch keine Beute gemacht, es ist halt ein schlechtes Mäusejahr", sagt Michael Eick. Auch ohne eine zweite Begegnung mit der Schleiereule sind wir verzaubert vom Spaziergang zu Kauz und Co.
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